Elefantenrunde Gesundheitswirtschaft 2011
Strategien, Trends, Veränderungen, Optionen
Am 6. und 7. April 2011 fand im Schloss Hernstein bei Wien die 1. Elefantenrunde Gesundheitswirtschaft statt. Am Symposion nahmen führende Entscheidungsträger der Gesundheitsversorgung in Österreich teil von öffentlichen und privaten Krankenanstaltenträgern, Interessenvertretungen, Sozialversicherungen, Politik, Ärzteschaft und Privatwirtschaft.
Dieser Markt und seine politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden in den nächsten Jahren großen Veränderungen unterworfen sein. Wir stellen uns die Aufgabe, künftig einmal im Jahr die besten Köpfe unseres Landes in einem nicht öffentlichen Forum zusammenzubringen und dabei das Umfeld für einen Austausch zu schaffen, der allen zugutekommt nicht zuletzt auch den heimischen Patientinnen und Patienten und dem Wirtschaftsstandort Österreich.
Vortragende
- Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Leiter des CKM Centrum für Krankenhaus-Management, Universität Münster
- Dr. Irene Haas, Geschäftsführerin von Haas & Health Partner Public Relations GmbH, Eltville
- Dipl.-Kfm. Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, Bad Neustadt/Saale
- Dr. Hans Jörg Schelling, Präsident des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, Wien
- Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft, München
Erkenntnisse, Ergebnisse, Empfehlungen
Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff
- Wenn sich die derzeitige Entwicklung im österreichischen Gesundheitssystem so fortsetzt, wird das System finanziell kollabieren und der hohe medizinische Standard wird nicht haltbar sein. Rationierung und Priorisierung (willkürlich?) sind die zwangsläufige Folge.
- Es können Qualitäts- und Effizienzreserven gehoben werden, insbesondere durch Versorgungsnetze und integrierte Wertschöpfungsketten.
- Der Zweite Gesundheitsmarkt ist attraktiv, erfordert aber spezielles Management und spezielle Marktkenntnis.
- Herausragende Medizin ist ein Exportschlager.
- Medizinischer Fortschritt muss treffend evaluiert werden, insbesondere unter langfristigen ethischen Aspekten.
- Der Mangel an qualifiziertem Personal wird größer und spürbarer: Personalmarketing wird zur Kernaufgabe der Krankenhäuser.
- Die privaten Klinikbetreiber sind besser als ihr Ruf. Sie bringen Qualität in das System durch Wettbewerb, sind bereit, langfristig zu investieren, und zeigen auch beispielgebende Wege für öffentliche Krankenhäuser auf.
- Wettbewerb im Gesundheitswesen JA, aber mit Leitplanken.
- In Zukunft bestimmen lokale Bürgerentscheide die Krankenhauslandschaft mit.
- Kommunikation nach innen und außen gewinnt an Bedeutung, insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses der Social Media.
- Ganzheitliche Beschaffung trägt zur medizinischen Qualität und zur Kostensenkung bei.
- Krankheitsorientierte Zentren werden zum attraktiven Investitionsobjekt.