Risikomanagement im Krankenhaus
Fachworkshop "Risikomanagement" zeigt vielfältige Risiken und Handlungsbedarf auf
Zusammenfassung
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Zusammenfassung
Der med-value-Fachworkshop am 28. Juni 2011 in den Räumlichkeiten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) stand unter dem Generalthema "Risikomanagement im Krankenhaus - Hygiene und Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter". Vortragende aus Österreich und Deutschland berichteten anhand konkreter Beispiele und Fallstudien über unterschiedliche Arten von Risiken im Klinikalltag, Instrumente des Risikomanagements, konkrete Maßnahmen zur Risikoreduktion, juristische Tipps für eventuelle Haftungsklagen und die richtige Kommunikationsstrategie im Fall einer Krise.
Mehr als 100 Teilnehmer, davon mehr als 80 Geschäftsführer, Verwaltungsdirektoren, Ärztliche Direktoren und Pflegedirektoren, Hygienebeauftragte und Hygienefachkräfte aus Krankenhäusern und Rehakliniken sowie Verantwortliche aus Trägerorganisationen nahmen an der Veranstaltung teil und diskutierten untereinander und mit den Vortragenden über aktuelle Fragen der Sicherheit im Gesundheitsbetrieb.
med-value-Vorstand Ronny Zuckermann und Dr. Andreas Greslehner, Ärztlicher Direktor der AUVA, begrüßten die Gäste. Danach hielt Prof. Wilfried von Eiff vom Centrum für Krankenhaus-Management in Münster, der den Fachworkshop auch moderierte, seinen Einführungsvortrag zum vielschichtigen "Risikoraum Krankenhaus" (klinische, ökonomische, juristische, Mitarbeiterrisiken). Er verwies auf eine Studie, der zufolge ein Katastrophenereignis nicht "schicksalhaft vom Himmel fällt", sondern dem statistisch 29 "Beinaheunfälle" und 300 "Schlampereien" vorausgehen.
Dr. Gerhard Huber, auf Medizinrecht spezialisierter Rechtsanwalt aus Linz, erläuterte in seinem Vortrag, wann es sich bei einer Infektion aus juristischer Sicht um eine schicksalhafte Komplikation oder um einen Behandlungsfehler handelt und wer im Fall eines Prozesses die Beweislast trägt. Ganz wesentlich sind in der Praxis die umfassende Aufklärung des Patienten über mögliche Risiken und die Dokumentation aller Maßnahmen. Arzthaftung bedeutet Einstehen für den Standard der medizinischen Wissenschaft, aber nicht Haftung für den Erfolg einer Behandlung.
Prof. Walter Koller, der ehemalige Leiter der Klinischen Abteilung für Krankenhaushygiene an der Medizinischen Universität Wien, befasste sich mit einer Standortbestimmung und den Zukunftsperspektiven der Krankenhaushygiene. Er stellte die umfassenden Aufgaben von Hygieneteams dar - bis hin zur Beratung bei der Beschaffung und bei Investitionsentscheidungen. Herausforderungen sieht er v.a. in der Zunahme vulnerabler Personengruppen, neuen Diagnose- und Therapiearten mit hohen Infektionsrisiken, der Bedrohung durch "neue" nosokomiale Infektionserreger mit Multi- und Omniresistenz und im steigenden Kostendruck.
Dr. Isabel Kreft, kommissarische Leiterin der Abteilung "Pharmazeutische Leistungen" der Krankenhausapotheke der Asklepios Kliniken Hamburg, sprach zum Thema Arzneimittelsicherheit und stellte die Rolle des Klinischen Pharmazeuten dar. Die Klinische Pharmazie hat die Optimierung der Arzneimittelanwendung am und durch den Patienten zum Ziel. Neben patientenindividuellen Zubereitungen steht im Fokus der Tätigkeit die Beratung bei Auswahl eines Arzneimittels, Dosierungsfragen, Interaktionen etc. Die Fehlerquellen im Arzneimittelversorgungsprozess (Verordnung, Transkription, Distribution und Applikation) sind vielfältig, können aber durch einen Apotheker auf Station deutlich reduziert werden.
Mag. Ingrid Hejkrlik, stellvertretende Amtsleiterin des Arbeitsinspektorats für den 4. Aufsichtsbezirk in Wien, referierte über Nadelstichverletzungen und Arbeitnehmerschutz. Sie berichtete über bereits jetzt geltende Bestimmungen zum Schutz der Mitarbeiter und darüber, welche Verbesserungen die EU-Richtlinie zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/ spitze Instrumente (die 2012 in österreichisches Recht umgesetzt werden muss) mit sich bringen wird. Generell ist die Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung schon heute Arbeitgeberpflicht.
Prof. Joachim Boos, Oberarzt und Leiter Klinische Pharmakologie an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Münster, veranschaulichte anhand drastischer Beispiele, was alles in Krankenhäusern passieren kann, womit niemand im Vorhinein gerechnet hat. Eine Analyse von 166 Ereignissen ergab, dass Fehler am häufigsten auf Kommunikationsprobleme zwischen verschiedenen Behandlungsteams bzw. in einem Behandlungsteam sowie auf Zeitdruck zurückgehen. Fehlervermeidung erfordert eine Fehlerkultur - Risikobewusstsein, eigenes Denken, Zivilcourage und Teamarbeit.
Dr. Elke Zuckermann, Kommunikations- und Unternehmensberaterin und Geschäftsführerin der Wiener Agentur PRO+CO, widmete sich der Krisenkommunikation. Dabei betrachtete sie sowohl die klassischen Medien, die "Opfer und Schuldige" brauchen, als auch die - weit weniger steuerbare - Dynamik im Internet und besonders im "Social Web" (facebook, twitter, youtube, flickr etc.). Konkrete Hinweise zur Definition von Krisenszenarien und zum Krisentraining vorab sowie zum Verhalten im Ernstfall (kommuniziere selbst und sofort, interne vor externer Kommunikation etc.) zeigten auf, wie man aus einer Krise - sofern sie gut gemanaged wird - mittelfristig sogar einen Imagegewinn machen kann.
Die Teilnehmer der bislang bestbesuchten med-value-Fachtagung zeigten sich mit den vielfältigen Informationen und der Gelegenheit zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch sehr zufrieden. Die Veranstaltung wurde von den Unternehmen Cleanroom Technology Austria, Schleupen und Wozabal unterstützt.
med-value bereitet derzeit nächste Fachtagungen und Workshops zu aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen für Herbst 2011 vor.
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Risikomanagement
im Krankenhausbetrieb: Risikoräume erkennen, Konzepte erarbeiten und
systematisch umsetzen
Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff
Leiter des CKM Centrum für Krankenhaus-Management, Universität
Münster
Hygiene
und Haftung: Schicksalhafte Komplikation versus Behandlungsfehler
Dr. Gerhard Huber, LL.M.
Partner, Rechtsanwälte Pitzl & Huber, Linz
Krankenhaushygiene
Standortbestimmung und Zukunftsperspektiven
Prof. Dr. Walter Koller
ehem. Leiter der Klinischen Abteilung für Krankenhaushygiene, Medizinische
Universität Wien
Arzneimitteltherapiesicherheit
die Rolle des Klinischen Pharmazeuten
Dr. Isabel Kreft
kommissarische Leitung der Abt. "Pharmazeutische Leistungen",
Krankenhausapotheke der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
Nadelstichverletzungen und Arbeitnehmerschutz: Was bringt die EU-Richtlinie
an Verbesserungen?
Mag. Ingrid Hejkrlik
Stellvertretende Amtsleiterin, Arbeitsinspektorat für den 4. Aufsichtsbezirk,
Wien
Klinische
Risiken: Typische Fälle, die es eigentlich nicht geben dürfte
Prof. Dr. Joachim Boos
Oberarzt und Leiter Klinische Pharmakologie, Klinik und Poliklinik für
Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Münster
Krisenkommunikation: Management & Prävention im Zeitalter des Social
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Dr. Elke Zuckermann
Kommunikations- und Unternehmensberaterin, Geschäftsführerin von
PRO+CO, Wien
Das
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Erkenntnisse, Ergebnisse, Empfehlungen
Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff